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Thema: eJournal: Westphälische Artillerie

  1. #1
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    Standard eJournal: Westphälische Artillerie

    Und wieder gibt es einen schönen Artikel aus dem eJournal, diesmal über die Westphälische Artillerie 1807-1813. Den gesamten Beitrag findet man hier: http://www.napoleon-online.de/Dokume...Artillerie.pdf

    Alle weiteren Beiträge des eJournals sind unter http://www.napoleon-online.de/quellen_ejournal.html zu finden.

    Eine angenehme Lektüre wünschen
    Blesson und Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  2. #2
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    Ich hab küzlich Memoiren gelesen, muss mal sehen welche, wo die Regimentsgeschütze 6pfdr. Kanonen waren.

  3. #3
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    Werter Blesson,

    Specht berichtet in seinem Werk zur westfälischen Armee von 1813, dass die in Russland verloren gegangenen Geschütze durch die große Tätigkeit der Stückgießerei in Kassel wieder ersetzt wurden. Da mir Specht sehr belastbar erscheint, folgende Frage:
    Kann Deine Aussage im Bezug auf die Buntscheckigkeit der Artillerieausrüstung (hier Geschütze) für 1813 außer Kraft gesetzt und dadurch ersetzt werden, dass 1813 (fast) nur neue Geschütze System Allix verwendet wurden?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  4. #4
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    In der Tat, angesichts der jetzigen Quellenlage ist sehr wahrscheinlich, daß die westphälische Artillerie im Frühjahr 1813 mit völlig neuem Material in Feld gezogen ist. Die Hinweise, was das System Allix genau in der Praxis bedeutet hat, sind zwar etwas spärlich, aber immerhein gibt es sie: es sind Rohre und die Lafettenschwänze.

    Für den Ersatz des Materials spricht auch, daß Czernicheff im September 1813 ca. 20 komplette Geschütze aus Kassel abgezogen hat, was ja auch für die Leistungsfähigkeit des Arsenals und der Gießerei spricht. Diese und weitere auf dem Herbstfeldzug 1813 erbeutete Geschütze wurden ja bekanntlich von kurhessischen Offizieren zurückgekauft: sie waren also eindeutig als westphälisch zu erkennen.

    LB
    Geändert von Blesson (29.05.2009 um 21:07 Uhr)

  5. #5
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    Jedes Infanterie-Regiment erhielt „eine
    Artillerie-Compagnie mit zwei leichten Stück
    Geschütz“4, wobei hier die leichten 1- oder 3-
    Pfünder aus kurhessischen oder anderen
    Beständen zu vermuten sind, also die früheren
    Regimentsstücke. Diese Artillerie-Kompanien
    rechneten nicht zum Artilleriekorps.

    Zitat aus dem Artikel über die Westphälische Artillerie

    In den Tagebücher von Giese

    Kassel - Moskau - Küstrin 1812 - 1813
    Tagebuch während des russischen Feldzuges von Friedrich Giese
    Herausgegeben von Karl Giese, Leipzig 1812

    wird ausschließlich auch bei der Regiments Artillerie von 6 pfündigen Kanonen gesprochen, bei den Regimentern mit 2 Batailone je zwei - und bei den Regimentern von 3 Bataillone je drei 6 pfündige Kanonen.

    In Moskau - sollen ja auch 6 pfündige Hannoversche Kanonen gefunden worden sein, siehe Steve Smith in Napoleon online.

    So dass zumindest ich davon ausgegehen muss, dass die Westphälische Regimentsartillerie mit 6 Pfündern und nicht mit kleineren Kalibern - ausgerüstet war.

    Die sehr interessanten Memoiren gibt es bei google books.

  6. #6
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    Mei Gudsder Blesson,

    der Generals von Ochs gibt in seiner Biographie für die Batterien eine Stärke von jeweils 6 Kanonen und 2 Haubitzen. Dies lässt, die Regimentsartillerie von 8 Regimentern eingeschlossen, eine Zahl von 48 Geschützen errechnen.
    Diese 48 Geschütze decken sich so ziemlich mit der von Dir angegebenen Verlustgröße von 49 Stück.
    Nun habe ich den Meyer (noch) nicht. Gibt dieser denn explizit die Geschützanzahl für den 1812er Feldzug?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  7. #7
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    Bei Giese müßtest du darüber auch was finden, da auch er sehr genau die Stärkenangaben bringt.

  8. #8
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    Hallo Hans-Karl,

    den Giese bekomme ich bei google.books nur als Ausgabe von 1912 und damit nicht zum download.

    Kannst Du evtl. den link hier einstellen oder die Suchkriterien benennen, unter welchen Du den Giese gefunden hast.

    Danke und Gruß
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  9. #9
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    Schreib mir mal eine PM

  10. #10
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    Das mit der westfälischen Artillerie im Feldzug von 1812 ist bei der derzeitigen Quellenlage (Zeitzeugen) doch wie mit Gutachtern oder Anwälten, zwei Leute drei Meinungen.
    In der Biographie des Generals Ochs werden zur Artillerieausrüstung 2 reitende und 2 Fußbatterien mit je 8 Geschützen sowie 2 Geschütze je Linienregiment gegeben, was die Gesamtzahl von 48 Stück ergibt.
    Gieße wiederum gibt 2 reitende und 4 Fußbatterien sowie je Linienbataillon 1 Geschütz, was die Gesamtzahl von 54 Stück ergibt.
    Loebell vermischt dann scheinbar in seinem Artikel im Militärwochenblatt Ochs von der Batterieanzahl mit Gieße von der Geschützzahl und kommt dadurch auf 40 Stück Geschütz, was bei einer Personalstärke von rund 25.000 Mann 1,6 Geschütze je 1.000 Mann ergibt und nach den damaligen Ausrüstungsgrundsätzen von 2 – 3 Geschützen je 1.000 Mann völlig unzureichend ist. (Zum Vergleich hatten die Sachsen 56 Geschütze auf rund 23.000 Mann (Faktor 2,4)).
    Die Memoiren des Wachtmeisters Meyer helfen hier erstmal nicht weiter, da der Anhang nur die Regimentsartillerie behandelt und nach einer Gießeabschrift aussieht. Hierzu habe ich eine Anfrage an den Herausgeber gestellt, da aufgrund fehlender Quellenhinweise sich der Anhang als zum Meyer’schen Werk gehörig präsentiert.
    Bei unterstellten 4 Fußbatterien ließen sich diese als Brigadebatterien verstehen, was u.U. einen Verbleib der 4.Batterie als Batterie der Brigade Danloup im Lande bzw. in irgendeiner Festung bedeuten könnte.

    Die Artilleriekompanie gibt Gieße mit 105 Mann incl. 4 Offiziere (Fuß, für 6 Geschütze völlig überdotiert, aber vermutlich wurden die Überzähligen zur Besetzung des Parks verwendet) bzw. 69 Mann incl. 4 Offiziere und 75 Pferde (reitende). Die Trainkompanie wird incl. 2 Offiziere mit 104 Mann und 170 Pferden gegebenen, wobei eine halbe Trainkompanie zur Bespannung einer Batterie (Fuß- wie reitende) ausreichen sollte (womit es allerdings beim Nachrechnen seine Verständnisprobleme hat, da mindestens 47 Mann und 74 Pferde für die Bespannung (6 Geschütze, 6 Munitionswagen,1 Feldschmiede 6spännig und 2 Haubitzen 4spännig) benötigt werden. Denkt man noch 1 Offizier und 1 Trompeter verbleiben bei einer Halbkompanie nur noch 2 Avancierte unter Abzug von Sergeant-Major und Fourier. Eine Erweiterungsmöglichkeit wäre noch der Umstand, dass die Munitionswagen der Haubitzen nur mit 4 Pferden bespannt waren, allerdings entferne ich mit damit immer mehr von der Gesamtzahl170 Pferde.) Sollten Eure Rechenversuche ein stimmigeres Bild ergeben, so lasst es mich bitte wissen.

    Eine Quelle könnte – falls noch zugänglich – hilfreich sein. Loebell gibt in seinem Artikel das erhalten gebliebene Parolebuch des Artillerieregiments für Anfang – September 1813. Kann so etwas noch in Kassel liegen, oder hat es – wie in Sachen – eine Konzentration der Militärakten an anderem Ort gegeben? Hat jemand eine Idee, wen man hierzu ansprechen könnte?
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