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Thema: eJournal: Westphälische Artillerie

  1. #11
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    Das ist abgedruckt in
    Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, zehnter Band, Kassel 1865, S. 262, gibt es bei google.

  2. #12
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    H-K., danke für den Link. Gezielt fragen hilft doch immer wieder.

    Das Ordrebuch ist wie folgt hilfreich:
    Am 12.07.1813 werden zwei Batterien (1 Fuß und 1 reitende) zur Armee abgeschickt.
    Es bestehen beide Batterien aus je 3 Artillerieoffizieren und insgesamt 178 Artilleristen (jeweils abzüglich des Kapitains hatte die Fußkompanie 104 Mann und die reitende 68 Mann incl. Offiziere, kommt also ziemlich genau hin).
    Dazu kommt ein Ersatzdetachement von 1 Offizier und 65 Mann.
    Weiterhin haben wir 2 Trainoffiziere und 230 Trainsoldaten sowie 14 Offiziers- und 366 Truppenpferde.
    Nach der Vorschrift sollte jeder Leutnant 2 Pferde haben, was wohl hier nicht eingehalten werden konnte.
    Bei gesamt 8 Kanonen, 12 Munitionswagen und 2 Feldschmieden (6spännig, also gesamt 132 Pferde und 66 Mann) sowie 4 Haubitzen (4spännig, also gesamt 16 Pferde und 8 Mann) ergibt dies 148 Pferde und 74 Mann.
    Insofern eine doppelte Chargierung mitgeführt wurde, kamen hierzu nochmals 12 Munitionswagen mit 72 Pferden und 36 Mann.
    Bei 65 Mannschaftspferden für die reitende Batterie sowie 220 Bespannungspferden ergibt sich die Zahl von 285 Pferden und 110 Trainsoldaten. Rechnet man noch einige Kompaniewagen (Bagage, Fourage, Requisiten), Reitpferde der Trainunteroffiziere, Bespannung für die Mitführungen weiterer Ersatzbedürfnisse (z.B. Infanteriemunition) sowie Ersatzpferde dazu, kann die Zahl von 366 Pferden schon erreicht werden.
    Die überzähligen Trainsoldaten dürften Ersatzmannschaft für das bereits im Feld stehende Kontingent sein.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  3. #13
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    Es sei mir die folgende weitere Ergänzung gestattet:
    Mit Dekret vom 18.02.1812 wurde eine „Generaldirektion der Artillerie und des Geniewesens“ eingeführt. Diese sollte die Oberbehörde für die Artillerie sowie das Kriegs- und Zivilgeniewesen sein. Zum Geschäftskreis sollten gehören:
    1) das Kommando über die Truppen der Artillerie und des Genie
    2) die Bauten und das Materielle der Artillerie
    3) die Festungsbauten und die dahin gehörenden Arbeiten (bleibende als auch nicht bleibende)
    4) Bau und Unterhalt der Wege, Brücken, Kanäle sowie alle Arbeiten im Bezug auf Wegbau und innere Schiffahrt
    5) Erbauung und Unterhaltung der Militärgebäude

    Nach Artikel 5 sollten die bereits angestellten Zivilbaumeister als in zwei Klassen zu teilend beibehalten werden. Die eine Klasse sollte unter der Bezeichnung Zivil-Ingenieurs bei der Direktion verbleiben und die o.g. Aufgaben 4) + 5) erledigen, die andere Klase aber unter der Bezeichnung Architekten bei der Bauverwaltung unter Befehl des Innenministers angestellt werden. Ein Gebrauch der Architekten zu den o.g. Aufgaben 4) + 5) behielt sich das Dekret vor.

    Artikel 8 unterscheidet in Zivil-Ingenieurs und Offizieren des Korps, welche in den Departements als Ingenieure angestellt sind.

    Es kann daraus geschlossen werden, dass zu den o.g. Arbeiten 1) – 3) durchaus Genie- bzw. Artillerieoffiziere gebraucht wurden, also nicht nur ein ziviles sondern auch ein militärisches Geniewesen existierte.

    Nachzulesen ist das Errichtungsdekret bei google.books.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  4. #14
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    Nach näherer Beschäftigung mit der westfälischen Stamm- und Rangliste (ich konnte es mir nicht verkneifen gleich ein Heft mit den Stamm-/Ranglisten für 1812 und 1813 zu verfertigen, also wer Interesse hat einfach eine pn) scheint mir die Struktur detaillierungsfähig. Das Artillerie-Regiment bestand aus den Artillerie-, Sappeur- und Arbeiter-Kompanien (1812 werden 7 Kapitain-Kommandanten gegeben, was mit 4 Fuß- und 2 reitenden sowie 1 Sappeur-Kompanie übereinstimmt).
    Der Train rangiert für sich und hat 1812 (zum Vergleich 1811) 3 (1) Kapitain-Kommandanten, 1 (2) Leutnant und 8 (4) Unterleutnants. Die Ernennung des Leutnants Baumann am 08.02.1812 zum Kapitain-Kommandanten der 3. Train-Escadron und die personelle (Fast-) Verdoppelung von 1811 zu 1812 lässt die Vermutung zu, dass der Train in Friedenszeiten aus 4 Kompanien bestand, die in Kriegszeiten auf 4 Escadrons (analog zur Kavallerie 1 Escadron = 2 Kompanien) gebracht wurden und damit das frz. Vorbild mit der Verdoppelung der Trainbataillone (Bon ppal und Bon bis bei gleicher Nummer) in klein widerspiegelt.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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