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Thema: Strohbaracken

  1. #1
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    Standard Strohbaracken

    Ich sitze gerade über dem Tagebuch eines sächsischen Feldzugsteilnehmers von 1812 (werde ich veröffentlichen, Details aber erst wenn ich fertig bin). Dieser berichtet für den Juni bis September von einem (fast) allabendlichen Bau von Strohbaracken. Diese schützen die Insassen, meist 2 oder 3 Herren, vor stärkerem Regen allerdings nicht.
    Hat jemand eine Ahnung, wie eine solche Strohbaracke ausgesehen hat? Wurden da die Garben nur aneinander gestellt (wobei das für 3 Mann zu eng wäre) oder war dies eher eine Art Schleppdach-Hütte (wie die Laubhütten der Franzosen), was aber außer Stroh noch andere Baumaterialen erforderte?
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  2. #2
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    Da gab es wohl zig Varianten, hier von einem Lager der Franzosen in Altdorf.

    Da nur zwei bis drei Mann in einem Strohlager gewesen sein sollen, bei deiner Beschreibung gehe ich eher von einer recht einfachen Konstruktion aus.

    Dazu kommt es darauf an, wie lange solch ein Bivouak bestand, je länger - umso mehr gaben sich die Soldaten die Mühe das Auszubauen.

    Bei Faber du Faur findest du auch recht schöne große Strohhütten.
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  3. #3
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    Hier eine Beschreibung von ein Lager 1807 bei Eylau.

    http://napoleonwiki.de/index.php?tit...acht_von_Eylau

    Zwischen Liebstadt und Wormditten besahen wir, mit vorzüglichem Wohlgefallen, das hier aufgeschlagen gewesene, jetzt geräumte französische Lager. Es bestand aus mehreren Reihen Baracken, die aus Tannenzweigen, Stroh und Baumrinde zusammen gesetzt waren. Andere waren äußerst künstlich aus Schilf geflochten; manche hatten sogar Fenster. In jeder dieser Hütten fanden acht bis zehn Mann Platz. An den Wegen, die durch das Lager führten, waren Tannenzweige gepflanzt. Das Ganze gewährte einen sehr gefälligen Anblick, und hatte das Ansehen eines großen Dorfes.

  4. #4
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    Gerade für 1812 hat Faber du Faur einige dieser Strohütten gemalt. Das war damals wohl sehr gängige Methode. Es scheint auch größere solcher Hütten gegeben zu haben mit improvisierten Türen etc.

  5. #5
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    Die Strohhütten waren für eine Nacht gedacht, bei Marschunterbrechungen auch mal 2 oder 3 Nächte. Ich vergaß zu erwähnen, dass sehr wohl in „Strohparaquen“ und „Paraquen von Stroh und Brettern“ unterschieden wurde. Letzteres dürften Eure Bilder widerspiegeln.

    Leider habe ich den Faber nur in einer Paperbackausgabe mit scheinbar eingeschränkter Bildwiedergabe.
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  6. #6
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    Faber zeigt z.B. für das Biwak bei Liozna (4. bis 13.August) Häuserartige Gebilde aus Stroh und Holz gefertigt.

    Als Beispiele für Hütten die nur für eine Nacht angefertigt wurden finden sich aber auch Beispiele aus Zweigen und Stroh hergestellt.
    Scheinbar haben alle ein Gerüst aus dünnem Holz gleich. Der Windschutz wurde dann aus Zweigen oder Strohgarben darübergelegt bzw. eingeflochten.

    Hier zwei Scanns der kleineren Hütten.
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  7. #7
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    Schöne Bilder! Ich habe auch lange gesucht nach solche Abbildungen.

    Dies Strohbaracken/Hütte waren wahrscheinlich weit verbreit unter die Soldaten dieser Epoche? Ich habe auch in Quellen vorbilder gefunden in die Niederländische Armee für 1815 und auch zum Beispiel die 3. Brittische Division hat solche gemacht während sie bei Nivelles wartete an 16. Juni.

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