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Thema: FAZ über Tranchot & Müffling

  1. #1
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    Standard FAZ über Tranchot & Müffling


  2. #2
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    Standard

    Salopp geschrieben, was aber auf Kosten der Genauigkeit geht. Offenbar hat der Autor nicht nur einiges nicht verstanden, sondern auch noch falsch abgeschrieben. Es reicht eben nicht, nur in Wikipedia zu recherchieren. Si tacuisses, philosophus mansisses.


    Einige Kostproben
    - Die ersten Karten im Maßstab 1:10.000 waren nicht zu groß - das ist eine Frage des Blattschnitts - sondern waren mit der ökonomischen Karte vulgo dem Steuerkataster gekoppelt, die eine erheblich größere Genauigkeit verlangte als für die topographischen Karten des Militärs. Die Arbeiten gingen daher dem Kaiser viel zu langsam voran, so daß auf sein Verlangen die Kartierung für Miltitär und Kataster getrennt wurden. Dies wurde leider unter den Preußen fast hundert Jahre lang fortgesetzt, und bedeutete eine zweifache Aufnahme.

    - Der Autor kennt den Unterschied von Manuskriptkarten und gedruckten Karten nicht. Die vorliegenden blätter sind Reinzeichnungen, offenbar hat der Autor noch nie ein im Feld entstandenes Meßtischblatt in der Hand gehabt. Die ersteren waren eine Reinzeichnung, die nicht zur Veröffentlichung gedacht waren und nur die Vorlage für die Reduktion zu den gedruckten Generalstabskarten im Maßstab 1:86.400 bzs. 1:100.000 abgeben sollten. Auf Basis der linksrheinischen Tranchotkarte erschienen dann je ein französische und preußische Generalstabskarte ab 1830.

    - Müffling erlaubte dem Dépôt de la Guerre Kopien (Calques) anfertigen zu lassen, weil bei der Weiterentwicklung des preußisch-französischen Dreiecknetzes auf Datenaustausch mit den franz. Ingenieurgeographen angewiesen war und sich geneigte Zusammenarbei sichern wollte. Mit courtoisie hat das nichts zu tun.

    - Die Weinberge sind eine Kulturform (Bodenbedeckung), die für Militärs ebenso interessant ist wie Wald, Gewässer, Felder, Wiesen, Sümpfe, Felsen etc.

    - Der fast komplett nachgedruckte Satz der Tranchot-Müffling Karte ist übrigens beim Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz zu erwerben.

    Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die neu entdeckten Blätter digitalisiert oder als Nachdruck veröffentlicht werden.

    Siehe auch mein demnächst erscheinender Aufsatz zu dem Thema.

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